#FashionRevolutionWeek 2021


Enthüllungen, die Revolutionen inspirieren

geschrieben von Lauren Humphries

Die Schwierigkeiten des vergangenen Jahres haben eine steigende Anzahl an Menschen auf der ganzen Welt dazu veranlasst neu zu bewerten und herauszustellen, was in unserem Leben von Bedeutung ist. In vielerlei Hinsicht hat das letzte Jahr uns dazu gezwungen, innezuhalten und die Dinge aus neuen und anderen Perspektiven zu betrachten. Es hat das Bewusstsein und den Dialog über wichtige Themen wie soziale Gerechtigkeit, Klimawandel und wie wir alle untrennbar miteinander verbunden sind, angeregt und Abhängigkeiten an vielen Stellen überhaupt erst sichtbar gemacht.

Wie die US-Poetin Joy Harjo sagt: »Ich glaube nicht, dass wir so etwas in unserer Generation jemals erlebt haben - kollektiv und weltweit. Eine Seite davon war eben, dass wir kollektiv innehalten mussten und darüber nachdenken konnten. Darüber wer wir sind, wo wir waren und wie unsere Beziehung zum Planeten und zueinander ist. Und so komme ich zu dem Schluss, dass dieser Teil davon nützlich war.«

Wir haben die Chance bekommen, die wichtigen Dingen wieder zu priorisieren, entweder aus der Notwendigkeit heraus, weil unsere Zeit so knapp geworden ist, so dass wir fast an unsere Grenzen gestoßen sind. Oder weil unsere Zeit so fließend und unstrukturiert geworden ist, dass sie sich fast bedeutungslos anfühlt. So auch die Kleidung, die wir jeden Tag während der Pandemie getragen haben. Die ihre Struktur zugunsten von Komfort und Einfachheit verloren hat, ähnlich wie die Zeit.

Während Teile unseres Lebens in der Pandemie wie auf Pause gesetzt scheinen, hatten wir die Gelegenheit über Veränderungen nachzudenken, die wir gerne in der Welt sehen würden, und wie wir dazu positiv beitragen und sie vorantreiben können.

»Ich glaube nicht, dass wir so etwas in unserer Generation jemals erlebt haben - kollektiv und weltweit. Eine Seite davon war eben, dass wir kollektiv innehalten mussten und darüber nachdenken konnten. Darüber wer wir sind, wo wir waren und wie unsere Beziehung zum Planeten und zueinander ist. Und so komme ich zu dem Schluss, dass dieser Teil davon nützlich war.«

Dieses Bewusstsein, ob neu oder einfach präsenter, ist gerade während des Earth Month und der Fashion Revolution Week besonders relevant. Immer mehr Menschen sind geimpft, und an manchen Stellen kehrt wieder eine gewisse Normalität ein. Doch für die meisten von uns steht fest, dass wir nicht in die Welt zurückkehren wollen, so wie sie war. Der Frühling ist eine Jahreszeit der Wiedergeburt, der Erneuerung und des Wachstums. Wenn wir die Hoffnung auf eine bessere Zukunft kultivieren, können wir uns die großen und kleinen Schritte viel besser vorstellen. Die Schritte, die wir individuell und kollektiv unternehmen können, um diese Vision Wirklichkeit werden zu lassen. So beginnen Revolutionen.

Bei AUF AUGENHOEHE sprechen wir davon Botschafter für eine neue Modeindustrie zu sein. Wir sprechen hier von eine Modewelt, die inklusiv, gleichberechtigt zugänglich und nachhaltig ist. Wir legen nicht nur großen Wert auf eine hohe Qualität bei den Material und der Verarbeitung unserer Kleidung, sondern auch auf eine gute Passform. Unsere Kleidung ist langlebig, so dass unsere Kunden und unsere Community eine nachhaltige, umweltbewusste Garderobe zusammenstellen können, da sie von Anfang an mit einbezogen wurden.

Nachhaltige Mode berücksichtigt die gesamte Lieferkette und den Lebenszyklus von Kleidungsstücken, ein oft übersehener Aspekt der Mode. Die wichtigsten Phasen im Lebenszyklus eines Kleidungsstücks sind Material, Produktion, Transport, Nutzung und Entsorgung. Fast Fashion ist schädlich für die Umwelt, weil sie im großen Maße die Umwelt verschmutzt und Abfall produziert. Die Verbraucher kaufen erheblich mehr Kleidung und werfen sie meist schneller und früher weg. Tragischerweise landet die ausrangierten Kleidungsstücke in den meisten Fällen einfach auf dem Müll.

Wenn wir Kleidung kaufen, brauchen wir ein Bewusstsein über den Lebenszyklus von Mode und wie sich unsere Einkäufe auf die die Umwelt auswirken. Nicht nur das, wir sollten unbedingt darüber nachdenken, wie unser Konsum das Leben der Menschen beeinflusst, die unsere Kleidung fertigen. Vom 19. bis 25. April findet die Fashion Revolution Week statt, eine Zeit, in der wir alle aufgefordert sind, als »globale Gemeinschaft zusammenzukommen, um eine bessere Modeindustrie zu schaffen«. Die Organisation Fashion Revolution, die hinter der Fashion Revolution Week steckt, gründete die Bewegung nach dem Einsturz der Rana Plaza Fabrik in Bangladesch im Jahr 2013. Bei diesem tragischen Ereignis wurden über 1.000 Fabrikarbeiter*innen getötet und Tausende weitere verletzt. Am Gebäude wurden zuvor Risse entdeckt, dennoch wurden die Arbeiter*innen angehalten ihre Aufträge zu erledigen. Die Tatsache, dass dieser tragische Verlust von Menschenleben vermeidbar gewesen wäre, macht diese Katastrophe nur noch einschneidender.


Die Vision von Fashion Revolution ist »eine globale Modeindustrie, die die Umwelt schont, erneuert und das Wohl des Menschen über Expansion und Profit stellt«. Dieser Fokus auf Menschen und Umwelt ermutigt viele Menschen nachhaltiger und bewusster zu leben. Die Botschaften der Fashion Revolution Week-Kampagne ermutigt, »die Kreativität unserer Gemeinschaft zu nutzen, um innovative und vernetzte Lösungen zu erkunden«. Die Skala der Lösungsansätze für die Nachhaltigkeitsprobleme in der Mode mag überwältigend erscheinen, aber jeder einzelne von uns kann schon mit kleinen, individuellen Maßnahmen, eine Wirkung erzielen.

Die Verbraucher kaufen erheblich mehr Kleidung und werfen sie meist schneller und früher weg. Tragischerweise landet sie in den meisten Fällen auf dem Müll.

Indem wir die Fragen #WhatsInMyClothes und #WhoMadeMyClothes stellen, können wir Druck auf Modemarken machen, transparenter zu sein. Nur dann können wir informierte Entscheidungen treffen und Designer und Marken unterstützen, die Menschenrecht, Arbeitsrecht und den Schutz der Umwelt in den Vordergrund stellen.


Es ist möglich, eine nachhaltige, ethische und stilvolle Garderobe zusammenzustellen. Es erfordert einige Anstrengung und einen Plan. Auch mit dem Kauf von weniger, dafür aber besser produzierten, vielseitigen Kleidungsstücken, die auf verschiedenste Weise gestylt und kombiniert werden können, kann man modisch ein kühnes Statement zu sozialer und Umweltverantwortung setzen.



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